Die Stadt Hanau beteiligt sich aktiv an der Erarbeitung des Regionalen Flächennutzungsplans RegFNP für den Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main, der Reise der Siedlungsentwicklung und den Schutz von Freiräumen bis voraussichtlich 2040 steuert. Der derzeit gültige RegFNP stammt aus dem Jahr 2010; seit dem 29. September läuft die erste Öffentlichkeitsbeteiligung, bis 15. Dezember können alle Bürgerinnen und Bürger Anregungen einbringen. Am 12. November wird der Änderungsvorschlag in der 32. Sitzung des Struktur- und Umweltausschusses öffentlich vorgestellt; auch Ortsbeiräte sind eingeladen; die Sitzung findet im Congress Park Hanau (CPH, Schlossplatz) um 17.30 Uhr statt.
Der RegFNP wird künftig im Maßstab 1:25.000 statt 1:50.000 dargestellt, was eine höhere Detailtiefe ermöglicht. Die Stadt hebt hervor, dass der Plan realistische Entwicklungsmöglichkeiten sicherstellen müsse: Der Entwurf weist Hanau aktuell 90 Hektar Wohnbauflächen und 38 Hektar Gewerbeflächen zu; Hanau fordert 75 Hektar Wohnen und 50 Hektar Gewerbe. Neben der Entlastungskommune-Funktion soll Hanau mehr Flächen für den Wohnungsbau erhalten, um Zuzug zu bewältigen und Engpässe auf dem Wohnungsmarkt zu mildern. Für Oberzentren sieht der Plan 50 Hektar Wohnbau vor – Hanau erhält hier einen deutlichen Erweiterungsspielraum.
Zusätzlich weist die Stadt darauf hin, dass das Kontingent von 90 Hektar Wohnen zu hoch und der Gewerbeanteil zu niedrig sei. Eine Stadtklimaanalyse habe ergeben, wichtige Bereiche für Frischluftzufuhr freizuhalten und dort Bauflächen zu reduzieren. Dennoch bleiben verbleibende Flächen ausreichend für das nächste Jahrzehnt: Je nach Bebauungsdichte könnten 2.300 bis 3.800 neue Wohnungen entstehen und 5.000 bis 8.000 Menschen nach Hanau zuziehen. Seit 2008 wurden rund 300 Hektar ehemaliger Militärflächen zivil genutzt, etwa für den Pioneer Park; zwischen 2010 und 2023 entstanden rund 4.700 Wohnungen, der Einwohnerzuwachs betrug ca. 13.5 Tausend. In kommenden Jahren könnten auf bereits in Entwicklung befindlichen Quartieren wie dem Bautz-Quartier in Großauheim über 3.000 weitere Wohnungen entstehen, ohne neue Außenbereiche zu versiegeln. Die Investitionen in soziale Infrastruktur wie Schulen und Kitas müssen mitwachsen, und zusätzliches Gewerbesteueraufkommen ist nötig, weshalb die Stadt weitere Gewerbeflächen in Klein-Auheim-Südwest und -Südost sowie in Wolfgang-Nord fordert, um verschiedene Betriebstypen zu bedienen. Der neue RegFNP 2030 wird voraussichtlich frühestens 2028 in Kraft treten und die Entwicklung des Ballungsraums bis mindestens 2038 prägen. Kaminsky betont: „Wohnungsbau, wirtschaftliche Entwicklung und Freiraumschutz müssen immer im Zusammenhang gedacht werden.“
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