Der Komponist Rolf Riehm, in Saarbrücken geboren, ist am 3. Januar 2026 im Alter von 88 Jahren gestorben. 2002 erhielt er den Hindemith-Preis der Stadt Hanau, damit war er der zweite Preisträger dieser Auszeichnung. Oberbürgermeister Claus Kaminsky würdigte ihn als großes, mit der Grimm-Stadt verbundenes Kulturgenie und sprach der Familie sein tief empfundenes Beileid aus.
Riehm, dessen Weg von der Musik eines Organisten-Vaters und einer Klavierpädagogin-Mutter geprägt war, studierte Schulmusik in Frankfurt und Komposition in Freiburg, war Mitbegründer der Frankfurter Vereinigung für Musik (1964–1970) und arbeitete später als Dozent an der Rheinischen Musikschule Köln; dort gehörte er der Gruppe 8 an. Dank Premio Marzotto per la Musica sowie eines Stipendiums der Villa Massimo ermöglichte sich ihm 1968 ein Rom-Aufenthalt. Von 1974 bis 2000 lehrte er als Professor für Komposition und Tonsatz an der Musikhochschule Frankfurt, und in dieser Zeit gehörte er dem sogenannten Linksradikalen Blasorchester Frankfurt an, einer einflussreichen Avantgarde-Gruppe der 1970er Jahre. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Kunstpreis des Saarlandes (1992) und 2010 die Berufung in die Akademie der Künste Berlin. Sein Schaffen werde international in Erinnerung bleiben.
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