In der Metropolregion FrankfurtRheinMain wachsen Rechenzentren weiter: Frankfurt am Main zählt laut IW Consult aktuell 55 Rechenzentren und bildet damit rund 30 Prozent aller Rechenzentren in Deutschland ab; im Umland sind bis 2030 weitere rund 25 Standorte geplant. Google realisiert im Rahmen seines 5,5-Milliarden-Euro-Investitionsprogramms in Deutschland ein Rechenzentrum in Dietzenbach, der bestehende Standort in Hanau wird ausgebaut. Hessen und das Rhein-Main-Gebiet entwickeln sich damit zu einem Digitalstandort, was Dietzenbachs Bürgermeister Dr. Dieter Lang und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky betonen. Gleichzeitig fordern sie, dass die Kommunen künftig stärker von den Gewerbesteuereinnahmen aus Rechenzentren profitieren. Gemeinsam mit dem Kreis Offenbach, dem HSGB Hessischer Städte- und Gemeindebund sowie dem Regionalverband FrankfurtRheinMain arbeiten sie an einer Reform der Gewerbesteuerregelung für Rechenzentren: Die derzeitige Zerlegung, die sich vor allem an Beschäftigten orientiert, sei nicht mehr zeitgemäß, weil Digitalisierung zu weniger Mitarbeitern, aber größerer technischer Leistung und höherem Energiebedarf führe. Die Bemessung solle künftig an der installierten Megawatt-IT-Leistung ausgerichtet werden, unabhängig vom Firmensitz die Gewerbesteuer am Standort der Betriebsstätte erhoben werden; ein Modell analog zur Windenergie, bei dem die Steuer zu 90 Prozent nach Leistung und zu 10 Prozent nach Arbeitslohn verteilt wird, wird als praxistauglich angesehen. Angesichts der Finanzkrise der Kommunen sei jetzt der richtige Zeitpunkt, die Weichen für eine gerechte und zukunftsfähige Steuerpolitik zu stellen, die Rechenzentren fair an der Infrastruktur und Wertschöpfung beteilige und die kommunalen Einnahmen sichert. Die Stimmen kommen unter anderem von Claus Kaminsky, Carsten Müller, Dr. David Rauber, Rouven Kötter, Kai Gerfelder und Ahmed Idrees, die die Notwendigkeit lokaler Steuereinnahmen betonen, um Flächenverbrauch, Energieversorgung und Abwärmenutzung zu finanzieren und Firmenansiedlungen zu erleichtern.
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