Im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe wurden die Abteilungen „Hanauer Neustadt“ und „Papiertheatermuseum“ feierlich eröffnet. Auf 500 Quadratmetern präsentieren die Ausstellungen multimedial herausragende Exponate rund um Hanauer Neustadt und die Papiertheaterkultur; ein Highlight ist eine ovale Golddose aus der Zeit um 1780/1785 aus der Hanauer Goldschmiede Esaias Fernau, verziert mit signierten purpurfarbigen Emailmalereien von Ignaz Peter Krafft, die in einer Sicherheitsvitrine gezeigt wird. Krafft gilt als einer der bedeutenden Emailmaler der Hanauer Luxusgüterproduktion; seine Aufnahme in die Zeichenakademie belegt seine fachliche Autorität, und seine Werke prägen die Ästhetik der Hanauer Golddosen maßgeblich. Die Forschung zu dieser Dose wurde vor allem von Dr. Lorenz Seelig betrieben; er beschreibt Krafft als Europaminimum der handwerklichen Qualität und hebt das hagenauische Netzwerk hugenottisch-frankophiler Handwerker hervor, das Hanau im 18. Jahrhundert zu einem hoch spezialisierten Zentrum für Galanteriewaren machte. Die Goldtabatière dokumentiert Hanaus Ruf als Ausbildungsstätte durch die Zeichenakademie, als Produktionsstandort und als europäisches Drehkreuz für Kunstaustausch, -ausbildung und -produktion. Wer keine Reise nach Paris, London oder Amsterdam unternehmen möchte, kann diese Hanauer Galanteriewaren in der neuen Ausstellung „Hanauer Neustadt“ im Schloss Philippsruhe bewundern; jeden Montag gibt es zudem auf museen-hanau.de ein neues „Objekt der Woche“ mit Text und Bild zu Hanauer Besonderheiten. Pressekontakt: Ute Wolf, oeffentlichkeitsarbeit@hanau.de.
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