Herkules-Sonnenuhr am Wilhelmsbader Gelände enthüllt ⏳🗺️

Auf dem Wilhelmsbader Gelände ist auf der Rückseite des Arkadenbaus eine kniende Sandsteinfigur zu finden, die volkstümlich als Sonnenmännchen bekannt ist, tatsächlich aber Herakles zeigt, der das Himmelsgewölbe in Form einer Sonnenuhr trägt. Der muskulöse Halbgott mit Löwenfell wird laut Martin Hoppe sowohl mit der Verehrung der Thermalquellen im alten Griechenland als auch mit dem Löwen im hessischen Wappen in Verbindung gebracht. Herkules‘ Last besteht aus einem polygonalen Kubus mit 24 Zifferblättern für jede Tageszeit; der Block war einst farbig gefasst und mit Metallstiften versehen, die im Sonnenlicht die Uhrzeiten markierten. Die vertikale Süduhr müsste eigentlich um circa 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht sein, die Blickachse sei damals wichtiger gewesen als die korrekte Ausrichtung. Das Sonnenmännchen dient seit Jahrhunderten als beliebter Halt beim Lustwandeln neben Brunnentempel, Musikpavillon, Schneckenberg, Karussell, Spielstationen, Eremitage, Schießbahn und heute Tennis- sowie Hockeyclub mit Gastwirtschaften. Einer Hanauer Anekdote zufolge soll einmal eine gestohlene Spielbank-Kasse am Fundort eine „Schatzkiste“ hinterlassen haben, wiewohl die Hintergründe unklar bleiben. Jeden Montag gibt es auf museen-hanau.de ein neues „Objekt der Woche“, vorgestellt mit Text und Bild zu Hanauer Besonderheiten.

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