Engelhard-Familie prägte Nachkriegs-Hanau und CARE-Pakete 🌍📦🏛️

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten auch in Westdeutschland CARE-Pakete der Cooperative for American Remittances to Europe, mit über 100 Millionen Sendungen insgesamt, davon fast zehn Millionen zwischen 1946 und 1960 in Westdeutschland. Maßgeblich an der Finanzierung dieses Projekts beteiligt war der in Hanau am 8. März 1867 geborene Industrielle Charles William (Karl Wilhelm) Engelhard, der am 1. Dezember 1950 in Bernhardsville/New Jersey starb. Engelhard wanderte 1896 mit seiner Frau Emilie Maria in die USA aus, repräsentierte den Heraeus-Konzern in Übersee, kaufte 1902 die Croselmire Company, 1904 die Baker & Co und gründete 1905 die Hanovia (Hanau) Chemical and Manufacturing Company, alle mit Sitz in Newark; das Unternehmen entwickelte sich rasch zum weltweit größten Verarbeiter von Edelmetallen und Platingruppenmetallen, wobei er seine Kenntnisse vom Verwandten Wilhelm Carl Heraeus erlernte. Die Verbindung nach Hanau blieb stark: In den 1920er Jahren förderte er u.a. die Errichtung des Jugendheims Hanauer Haus in Rückersbach; nach 1945 unterstützte er die notleidende Bevölkerung mit gespendeten CARE-Paketen und trug zum Wiederaufbau der Wallonischen Kirche an der Französischen Allee bei. Für seine Großzügigkeit wurde er am 1. Oktober 1947 im Roten Saal von Schloss Philippsruhe durch Oberbürgermeister Karl Rehbein mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Hanau ausgezeichnet. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Charles W. Engelhard (1917–1971) das Familienunternehmen, trat zusätzlich in den Goldhandel ein und diente als Vorlage für „Auric Goldfinger“ in der James-Bond-Reihe. Die Nachkriegszeit von der Zerstörung Hanaus am 19. März 1945 bis zum Abzug der US-Army 2008 wird auch im neuen Dokumentationszentrum Hanauer Militärgeschichte im Chariseum, Maria-Montessori-Allee 2, 63457 Hanau-Wolfgang, eindrücklich vorgestellt; montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung unter info@dzm-hanau.de. Jeden Montag gibt es auf museen-hanau.de ein neues „Objekt der Woche“ mit Text und Bild zu Hanauer Besonderheiten.

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