Hanau plant zum sechsten Jahrestag des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 eine eher kleiner gehaltene Gedenkfeier, die dennoch eng mit den Angehörigen der Opfer gestaltet wird. Oberbürgermeister Claus Kaminsky betonte nach Gesprächen mit den Familien, dass das Gedenken in diesem Jahr in einem etwas kleineren Rahmen stattfinde, aber die Perspektiven der Betroffenen berücksichtigt würden. Im Mittelpunkt steht ein öffentliches Stilles Gedenken um 11 Uhr an den Tatorten, bei dem Vertreterinnen und Vertreter von Land und Stadt eine Kranzniederlegung durchführen und bewusst auf Reden verzichtet wird. Am Abend wird wie in den Vorjahren am Heumarkt und am Kurt-Schumacher-Platz in Kesselstadt ein Lichtkorridor den Opfern gewidmet. Zusätzlich sollen Kränze und Gestecke an mehreren Orten niedergelegt werden, unter anderem an der Gedenktafel am Hauptfriedhof, am Kurt-Schumacher-Platz, am Heumarkt und am Kreuz für Vili-Viorel Paun; weitere Kränze folgen an Gräbern in Offenbach, Dietzenbach sowie im Ausland, unter anderem in der Türkei, Rumänien und Bulgarien. Kaminsky betonte, das Engagement für das Gedenken werde fortgeführt, und dass in fünfjährigen Abständen eine besonders erinnernde Form gewählt werde, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Die Stadt stellte erneut heraus, dass Erinnerung, Solidarität mit den Angehörigen und der Einsatz gegen Rassismus und Ausgrenzung untrennbar zusammengehören – auch wenn die Formen des Gedenkens variieren.
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