Die Stadt Hanau erhebt die Grabstätte von Professor Richard Estler auf dem Friedhof Kesselstadt zum Ehrengrab. Oberbürgermeister Claus Kaminsky würdigt Estler als herausragende Persönlichkeit der Hanauer Kunst- und Stadtgeschichte, deren Wirken weit über die Stadt hinausstrahlt. Die Ehrung erfolgt gemäß der Richtlinie zur Anerkennung von Ehrengräbern; die Stadt übernimmt die Pflege und Unterhaltung der Grabstätte, auch schon vor Ablauf des Nutzungsrechts. Stadträtin Isabelle Hemsley erklärt, Estler steh als Beispiel für eine Künstlergeneration, deren Lebenswerk durch die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts geprägt wurde und dessen Bedeutung für Hanau als Kunst- und Bildungsstandort weiterhin nachwirkt. Richard Estler, 1873 in Dresden geboren, starb 1952 in Frankfurt. Nach einer ersten zeichnerischen Ausbildung in Dresden kam er 1901 nach Hanau und wurde 1921 Professor. Wegen Konflikten mit den Nationalsozialisten trat er Ende 1934 in den Ruhestand, kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg kurz an die Staatliche Zeichenakademie Hanau zurück und zählte zu seinen Schülerinnen und Schülern u. a. Louis Wahn, Bernd Oehmichen, Theodor Schäfer, Hans Fehlhaber und Clara Ewald-Weinhold. Estlers Werk umfasst Zeichnungen, Aquarelle, Holzschnitte und Ölbilder mit Motiven aus Dresden, Frankfurt und Hanau; Ausstellungen gab es im Rhein-Main-Gebiet, München und Berlin, seine Werke befinden sich überwiegend in Privatbesitz. Die Grabstätte ist ein zweistelliges Erdwahlgrab und wird insgesamt als Ehrengrab anerkannt; die Stadt übernimmt die Pflege der gesamten Anlage. Kaminsky betont: Mit der Ehrung würdigen wir einen Künstler, Lehrer und Zeitzeugen, dessen Werk und Wirkung Hanau kulturell prägen.
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