Die Stadt Hanau erhebt die Grabstätte von Gertrud Rosemann auf dem Hauptfriedhof zum Ehrengrab und übernimmt ab sofort deren Pflege und Unterhaltung. Oberbürgermeister Claus Kaminsky würdigt Rosemann als außergewöhnliche Persönlichkeit, die Hanau als Kulturstadt, als Stadt des bürgerschaftlichen Engagements und als Ort internationaler Verständigung nachhaltig geprägt hat. Rosemanns Lebenswerk stand jahrzehntelang für kulturelle Bildung und Völkerverständigung durch ehrenamtliches Engagement. Sie wurde 1922 in Kettwig geboren, wuchs in Wuppertal auf, arbeitete als Lehrerin, erlebte den Krieg und die Kriegsgefangenschaft, kehrte 1948 nach Deutschland zurück und trat 1949 wieder in den Schuldienst ein, den sie bis 1985 in Frankfurt ausfüllte. 1983 gründete sie das Hessische Puppenmuseum im Arkadenbau der Wilhelmsbader Kuranlagen, aus dem sich zentrale kulturelle Bildungs- und Bürgerschaftsengagement-Strukturen entwickelten; über das Museum entstand der Kontakt nach Tottori, der 1995 zur Eröffnung des Spielzeugmuseums Warabe-kan in Tottori und 2001 zur offiziellen Städtepartnerschaft Hanau–Tottori führte. 1997 übergab sie die Leitung des Museums an ihren Nachfolger, hatte bis dahin rund 66.700 ehrenamtliche Stunden geleistet und zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Ihre Vita wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Goldene Ehrenplakette der Stadt Hanau, der Deutsch-Japanische Freundschaftspreis der Robert-Bosch-Stiftung sowie der Kaiserorden; zudem erhielt sie eine Außerordentliche Ehrenbürgerurkunde der Stadt Tottori. Rosemann starb am 6. Februar 2023 im Alter von 100 Jahren. Kaminsky fügte hinzu, die Ehrengrabwürdigung bringe Dank, Anerkennung und bleibende Wertschätzung für ihr Lebenswerk zum Ausdruck.
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