Im Februar 2020 tötete ein Rechtsextremist in Hanau neun junge Menschen, weil er sie als nicht deutsch einstufte. Der Filmemacher Marcin Wierzchowski hat Angehörige der Opfer und Überlebende vier Jahre lang begleitet, um Aufklärung über die Tat zu suchen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus zeigt 3sat den Dokumentarfilm Das Deutsche Volk ab Mittwoch, 18. März 2026, 6.00 Uhr in der 3satMediathek und um 20.15 Uhr im Fernsehen. Die Langzeitbeobachtung schildert das Geschehen aus der Perspektive der Hinterbliebenen und begleitet sie durch Trauer, Verarbeitung und den Kampf um juristische Aufklärung sowie um eine angemessene Erinnerungskultur. Vermutlich hat ein verschlossener Notausgang an einem der Tatorte die Flucht mehrerer Opfer verhindert, der Notruf in der Tatnacht war nicht durchgängig erreichbar; die Angehörigen deckten diese Mängel auf. Gemeinsam mit der Recherchegruppe Forensic Architecture rekonstruieren sie die Nacht des Anschlags – und fordern Konsequenzen. „Deutschland hat mein Kind aus dieser Welt ausradiert“, sagt Emiş Gürbüz, die Mutter von Sedat Gürbüz, und erinnert an Wahlplakate mit „Ausländer raus!“. Die radikale Perspektive der Hinterbliebenen verleiht dem Film eine außergewöhnliche Kraft, fand die Jury des Hessischen Filmpreises 2025. Zu den Opfern gehören Said Nesar Hashemi, Sedat Gürbüz, Mercedes Kierpacz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.presseportal.de/pm/6348/6233841