Hanau erinnert am Dienstag, dem 3. März, an Karl Rehbein, dessen Todestag sich zum 70. Mal jährt. Die Stadt legt an seiner Ehrengrabstätte auf dem Hanauer Hauptfriedhof ein Gedenkgesteck nieder und würdigt damit den ersten nach der NS-Diktatur frei gewählten Oberbürgermeister. Oberbürgermeister Claus Kaminsky würdigt Rehbein mit den Worten: „Karl Rehbein steht wie kaum ein anderer für den demokratischen Neubeginn unserer Stadt nach der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Trotz Verfolgung, Haft und persönlicher Entbehrungen hat er nie aufgehört, für Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit einzutreten. Als erster frei gewählter Oberbürgermeister nach 1945 hat er mit Mut, Weitsicht und unermüdlichem Einsatz den Wiederaufbau Hanaus vorangetrieben. Sein Wirken bleibt uns Verpflichtung und Auftrag zugleich.“ Rehbein, geboren 1885 in Hanau, war gelernter Goldschmied, Gewerkschafter und Politiker. In der Weimarer Republik war er von 1920 bis 1933 Stadtverordneter in Hanau – USPD, ab 1921 KPD, ab 1929 SPD; zudem gehörte er dem Kurhessischen Kommunallandtag, dem Provinziallandtag Hessen-Nassau und dem Preußischen Landtag an. Unter dem NS-Regime erlebte er Repressionen, 1936 Verhaftung, Sachsenhausen, 1944/45 Dachau. Nach Kriegsende übernahm er Verantwortung beim demokratischen Neuanfang: antifaschistischer Bürgerausschuss, Polizeidirektor ab 1. April 1945, Mitglied des Beratenden Landesausschusses Groß-Hessen. Nach den Kommunalwahlen 1946 wurde er Oberbürgermeister von Hanau und übte dieses Amt bis zu seinem Tod 1956 aus; 1955 wurde ihm das Große Verdienstkreuz verliehen. Seine Ehrengrabstätte befindet sich auf dem Hanauer Hauptfriedhof; die Karl-Rehbein-Schule trägt seinen Namen. Weitere Informationen finden sich in der Hessischen Biografie (LAGIS) sowie in der Hessischen Parlamentarismusgeschichte.
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