Die Hanauer Innenstadt steht vor massiven Herausforderungen: Leerstände, Sanierungsbedarf auch in Top-Lagen, zurückhaltendes Konsumverhalten und Konkurrenz durch Onlinehandel belasten das stationäre Gewerbe; sinkende Mieten mindern die Investitionsbereitschaft, und die Entkopplung von Immobilieneigentum und Gewerbebetrieb schwächt die Identifikation mit dem Standort. Der Hanauer FDP-Oberbürgermeisterkandidat Henrik Statz will Leerstände nicht dem Schicksal überlassen, sondern sie als gemeinsam zu bewältigende Aufgabe begreifen.
Hanau hat Wandel schon mehrfach bewiesen. Nach dem US-Staatenabzug 2008, der rund 30.000 Einwohner kostete, brach die Stadt neu auf: Foren Hanau, Neugestaltung zentraler Plätze und umfangreiche Wohnbauentwicklungen brachten eine neue Mitte hervor. Das Stadtentwicklungsprogramm aufLADEN vernetzt seit 2020 Eigentümer, Gründerinnen und Gründer sowie engagierte Akteure, belebt Leerstände mit Pop-up-Konzepte, sichert Existenzen über Fördermittel und bekam Unterstützung durch Programme wie „Zukunft Innenstadt“ oder „Zukunftsfähige Innenstädte“. Da Fördermittel auslaufen und Kreditfinanzierungen begrenzt sind, betont Statz, dass Innenstadtentwicklung kein Dauerprojekt am Tropf von Fördermitteln bleiben dürfe und sich Projekte perspektivisch selbst tragen müssten.
Jetzt soll digitale Schwarmfinanzierung das nächste Kapitel aufschlagen: CitySeeds, das Startup von Elias Goldbach und Malte Flemmisch, verbindet Gemeinwohl mit Renditeperspektive und ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern Investitionen in innovative Einzelhandelskonzepte, urbane Projekte oder Immobilienentwicklungen. Ein urbaner Immobilienfonds soll Fraktionale Investments auch Kleinanlegern ermöglichen; Kommunale Entwicklungsgesellschaften erhalten frisches Kapital, um Grundstücke und Gebäude in PPP mit Privatinvestoren weiterzuentwickeln. Die Plattform soll existenzgründungsnahe Investments, Matching von Gründern und Investoren, ein Dashboard als Gesundheitsmonitor, Sekundärmärkte und künftig indexierte Anlageklassen bieten. „Eigentum schafft Verantwortung und Identifikation. Die Stadt gehört den Bürgern – als Ort der Begegnung, aber idealerweise auch im juristischen Sinne“, sagt Statz. Offenbar geht es darum, Start-up-Spirit mit kommunaler Verantwortung zu verbinden: Mut zu neuen Wegen, Subventionen schrittweise durch private Investitionen mit Renditeperspektive zu ersetzen, um lebendige Innenstädte nachhaltiger und skalierbarer zu gestalten. Hanau könnte erneut Vorreiter werden – als Stadt, die Wandel nicht nur verwaltet, sondern gestaltet. Denn die Zukunft unserer Städte liegt in unseren Händen.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://fdp-hanau.de/meldung/private-investitionen-statt-dauersubventionen/